Monaco, ohne die Bank zu sprengen
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Monaco, ohne die Bank zu sprengen

Warum Monaco einen Ruf hat, den es nicht ganz verdient

Jedes Mal, wenn ich erwähne, dass ich nach Monaco fahre, denkt jemand, ich hätte einen Tisch in einer Dachterrassen-Bar reserviert und mir für das Casino ein Sakko geliehen. Diese Seite gibt es bei Monaco tatsächlich – Superyachten im Port Hercule, einen Grand Prix, der das ganze Fürstentum in eine Rennstrecke verwandelt, Hotelpreise, gegen die Nizza günstig wirkt. Aber dieser Ruf wird auf den gesamten Ort übertragen, auch auf die Teile, die keinen Euro kosten. Ich habe Monaco mehr als einmal mit knappem Tagesbudget gemacht, und die kostenlose Hälfte des Tages ist wirklich gut – kein Trostpreis, während man darauf wartet, endlich Geld auszugeben.

Eines sollte man vorab klären: Monaco ist ein souveräner Staat, weder Teil Frankreichs noch Mitglied der Europäischen Union. Bezahlt wird dort aber genau wie in Nizza in Euro, und beim Übergang von Frankreich gibt es keine Grenzkontrolle – man bemerkt nur, dass sich die Straßenschilder ändern. Kein gesondertes Visum, kein Geldwechsel, kein Zollstopp. Für einen Tagesbesucher fühlt es sich funktional an wie das Betreten eines anderen Viertels derselben Küste. Das ist gut zu wissen, damit man die Logistik nicht überdenkt; bei der Geldfrage geht es darum, was die Dinge kosten, nicht darum, eine Grenze zu überqueren.

Was tatsächlich kostenlos ist

Beginnen Sie in Monaco-Ville, der Altstadt auf dem Fels – das ist übrigens die Hauptstadt, nicht Monte-Carlo, ein eigener Stadtteil rund um das Casino. Der Aufstieg vom Hafen oder von der Bushaltestelle kostet nichts, und die Gassen rund um den Palais princier stehen zum Bummeln offen. Die Wachablösung findet täglich gegen 11:55 Uhr vor dem Palast statt und ist kostenlos mitzuerleben; kommen Sie 10–15 Minuten früher, wenn Sie freie Sicht wollen, denn sie zieht auch außerhalb der Hochsaison Zuschauer an.

Von der Esplanade vor dem Palast und von mehreren Punkten auf dem Fels aus haben Sie Aussicht auf den Port Hercule und die Bucht, die den Weg allein schon lohnen – Reihen von Yachten, die Marina, die sich Richtung Monte-Carlo schwingt, die Hügel dahinter. Nichts davon kostet etwas. Ich habe schon eine ganze Stunde damit verbracht, den Fels zu umrunden, vorbei an der Kathedrale, ohne einen einzigen Euro auszugeben.

Das Casino de Monte-Carlo ist die andere Hälfte dieser kostenlosen Besichtigungsroute. Hinein kommt man nur gegen Eintritt (und ab 18 Jahren mit Ausweis), aber das Gebäude selbst – die Belle-Époque-Fassade, die Gärten davor, die Reihe an Oldtimern und Luxuswagen, die oft davor parken – ist kostenlos zu betrachten und zu fotografieren. Gehen Sie durch die Gärten, schauen Sie sich den Brunnen an, beobachten Sie, wie Gäste am Abend eintreffen. Das ist die Postkartenversion Monacos, und sie kostet nichts.

Bezahlt wird für den Besuch im Inneren: das Musée océanographique, der Jardin exotique und das Casino selbst verlangen alle Eintritt. Sie sind es wert, wenn genau das Ihr Anliegen ist – besonders das Ozeanografische Museum ist sehr gut gemacht –, aber keines davon ist Pflicht, um Monaco „gesehen” zu haben. Ich wähle meist eine bezahlte Attraktion pro Besuch statt alle drei anzugehen, teils aus Budgetgründen, teils weil Monaco so klein ist, dass man kein vollgepacktes Programm braucht, um das Gefühl zu haben, alles gesehen zu haben.

Wo die eigentlichen Kosten liegen

Wirklich teuer wird Monaco bei Essen und Betten. Ein Kaffee auf einer Terrasse nahe dem Casino kostet spürbar mehr als derselbe Kaffee in Vieux-Nice, und ein Sitzplatz-Essen mit Meerblick kann teuer werden. Mein Trick ist simpel: in Nizza essen oder in Monaco abseits der Hafen-Terrassen günstig essen – es gibt ganz normale Bäckereien und Sandwich-Läden ein paar Straßen hinter dem Touristenstreifen. Eine Übernachtung in Monaco ist bei Weitem die größte Ausgabe; die dortigen Hotelpreise zählen durchweg zu den höchsten an der Küste. Wer sich in Nizza einquartiert und Monaco als Tagesausflug macht, umgeht das komplett – was ohnehin die meisten budgetbewussten Reisenden tun, da es nur ein kurzer Zugsprung ist.

Um diesen Teil kommt man nicht herum: Monacos Reichtum zeigt sich sichtbar und entsprechend teuer überall dort, wo ein Dach über dem Kopf ist – sei es ein Hotelzimmer oder ein Restauranttisch. Wogegen ich mich wehre, ist die Vorstellung, das ganze Fürstentum funktioniere so. Das Erlebnis auf Straßenniveau – Spazieren, Schauen, die Wachablösung beobachten – funktioniert nicht so.

Die eine Woche, in der das alles teurer wird, sogar für Tagesbesucher, ist der Grand Prix von Monaco im späten Frühjahr: Die Hotelpreise steigen an der gesamten Küste, nicht nur in Monaco selbst, und selbst ein Spaziergang wird schwieriger, weil ganze Straßen für die Rennstrecke abgesperrt sind. Wenn Sie speziell rund um diese Woche planen, lohnt sich vorab der Reiseführer zum Grand Prix von Monaco, da die Budgetlogik in diesem Beitrag von einer gewöhnlichen Woche ausgeht, nicht von der Rennwoche.

Wie ich einen Tag mit kleinem Budget gestalten würde

Nehmen Sie den Zug von Nice-Ville nach Monaco (etwa 20–25 Minuten), gehen Sie nach Monaco-Ville hinauf zur Wachablösung um 11:55 Uhr, schlendern Sie über den Fels und durch das Kathedralenviertel, gehen Sie dann hinunter zum Port Hercule und weiter zu den Casino-Gärten für den kostenlosen Ausblick. Essen Sie abseits der Hafenpromenade zu Mittag, gehen Sie dann entweder durch Monte-Carlo zurück oder nehmen Sie den Bus zurück zum Bahnhof. Das ist ein voller Tag ohne Eintrittskarten, bei dem die Zugfahrt die Hauptausgabe ist. Wenn ich einen bezahlten Stopp einbauen will, füge ich am frühen Nachmittag das Ozeanografische Museum hinzu, da es nur einen kurzen Fußweg vom Fels entfernt liegt.

Für eine Variante mit Fahrer und etwas mehr abgedeckter Strecke – Monaco plus die Dörfer darüber – habe ich eine private Autotour zu den Aussichtspunkten der Riviera, die auch Monaco einschließt genutzt, und bei längeren Aufenthalten eine ganztägige private Tour durch fünf Riviera-Orte einschließlich Monaco. Beides ist an sich keine Budgetoption, aber erwähnenswert als Alternative zum kostenlosen Spaziergangstag, wenn die Zeit wichtiger ist als das Geld – praktisch für einen kurzen Aufenthalt, bei dem Sie Monaco plus Èze plus einen weiteren Stopp wollen, ohne sich selbst um Züge zu kümmern.

Wenn Sie Monaco irgendwann lieber vom Wasser aus sehen möchten, ist das eine ganz eigene Ausgabe – siehe den Reiseführer zu Bootstouren in Monaco für diese Seite der Sache; das gehört nicht zu einem kostenlosen Tag. Eine Sonnenaufgangs-Bootsfahrt entlang dieses Küstenabschnitts ist noch einmal eine andere Budgetklasse – nicht günstig, aber die einzige Möglichkeit, den Fels und den Hafen aus Blickwinkeln zu sehen, die die kostenlose Fußroute nie erreicht, und es lohnt sich, davon zu wissen, auch wenn es für einen knappen Budgettag nichts ist.

Wenn Ihnen das Wandern auf eigene Faust nichts ist, gibt es auch eine geführte Version der kostenlosen Route – siehe den Reiseführer zu Wandertouren in Monaco –, und für Essen jenseits der Hafenpreise deckt der Reiseführer zu Food-Touren in Monaco Verkostungen ab, die pro Häppchen günstiger sind als ein Sitzplatz-Essen am Hafen, auch wenn die Tour selbst eine Gebühr hat. Beides ist für einen Budgettag nicht erforderlich; es ist nur das bezahlte Mittelfeld zwischen der kostenlosen Route und dem vollen Luxus.

Monaco ist nicht der einzige kostenlos begehbare Ort an dieser Küste

Wenn es Ihnen um einen ganzen Tag des Schauens ohne Bezahlens geht, ist Monaco an diesem Küstenabschnitt nicht einzigartig. Èze, hoch über der Corniche zwischen Nizza und Monaco gelegen, kostet abgesehen vom Eintritt in den Jardin exotique nichts zum Begehen – siehe den Reiseführer zum Tagesausflug nach Èze und, falls Sie zwischen den beiden Dörfern unentschlossen sind, Èze im Vergleich zu Saint-Paul-de-Vence. Menton, der letzte Ort vor Italien, hat eine eigene kostenlose Altstadt und Strandpromenade, beschrieben im Reiseführer zum Tagesausflug nach Menton. Villefranche-sur-Mer und Saint-Jean-Cap-Ferrat funktionieren ebenso – kostenlos zu erkunden, mit dem Reiseführer zum Tagesausflug Villefranche und Cap-Ferrat für diesen Spaziergang.

Wenn Sie mehrere dieser günstigen Stopps zu einer Reise statt nur Monaco kombinieren möchten, fasst die Reiseroute Monaco, Menton und die Italienische Riviera in zwei Tagen sie zusammen.

Anreise, ohne mehr auszugeben als nötig

Der Zug ist die günstigste und einfachste Option ab Nizza – siehe den Reiseführer zur Bahn an der Côte d’Azur und den Reiseführer zur Straßenbahn in Nizza, falls Sie direkt vom Flughafen kommen. Ich habe die Optionen Zug gegen Bus bereits verglichen – für einen Tagesausflug gewinnt der Zug bei der Zeit, auch wenn der Bus etwas günstiger ist. Für den umfassenderen Vergleich der Anreise von Nizza nach Monaco siehe Transportoptionen von Nizza nach Monaco. Wenn Sie vom Flughafen statt aus dem Zentrum von Nizza anreisen, deckt der Reiseführer vom Flughafen Nizza ins Stadtzentrum diese erste Etappe ab, und wenn Sie speziell einfliegen, vergleicht der Reiseführer zu Transfers vom Flughafen Nizza die Optionen.

Für diesen speziellen Tagesausflug würde ich keinen Mietwagen nehmen – Parken in Monaco ist teuer, und das Stadtzentrum lässt sich am besten zu Fuß erkunden, sodass ein Auto nur Sinn ergibt, wenn Sie Monaco mit Dörfern kombinieren, die der Zug nicht erreicht; siehe Autofahren und Parken in Nizza und einen Mietwagen an der Côte d’Azur nehmen, falls das Ihr Plan ist.

Sich in Nizza statt in Monaco einzuquartieren, ist tatsächlich das, was diesen ganzen Budgetansatz funktionieren lässt – siehe wo man in Nizza nach Stadtteil übernachtet für die Wahl einer Basis, und Kosten einer Nizza-Reise dafür, wie ein Tagesausflug nach Monaco in ein umfassenderes Riviera-Budget passt.

Monaco im Budget: Fragen, die mir gestellt werden

Ist Monaco als Tagesausflug teuer?

Der Tag selbst kann nahezu kostenlos sein, wenn Sie sich auf Spazieren, die Wachablösung sowie den Hafen und die Casino-Gärten beschränken. Teuer ist eine Übernachtung dort und das Essen, wenn Sie direkt am Hafen essen. Als Tagesausflug von Nizza aus ist meist nur die Zugfahrt die eigentliche Ausgabe.

Braucht man für Monaco Euro oder eine andere Währung?

Nein. In Monaco gilt der Euro, genau wie in Nizza und im übrigen Frankreich – auch wenn Monaco nicht zur Europäischen Union gehört. Karten werden vielerorts akzeptiert.

Gibt es eine Grenzkontrolle zwischen Frankreich und Monaco?

Nein. Beim Übergang von Frankreich nach Monaco gibt es keine Grenzkontrolle; man überquert einfach eine Straße, und die Beschilderung ändert sich. Kein Passstempel, kein gesonderter Einreiseprozess.

Was ist in Monaco kostenlos zu sehen?

Monaco-Ville und der Fels, die Wachablösung vor dem Palast (gegen 11:55 Uhr), der Spaziergang um den Port Hercule sowie das Äußere und die Gärten des Casino de Monte-Carlo sind allesamt kostenlos.

Was kostet in Monaco Geld?

Der Eintritt in das Musée océanographique, den Jardin exotique und das Casino de Monte-Carlo, dazu Essen und eine eventuelle Übernachtung – die Hotelpreise in Monaco zählen zu den höchsten an der Küste.

Ist Monte-Carlo dasselbe wie Monaco?

Nein. Monaco ist der souveräne Staat und seine Hauptstadt liegt auf dem Fels (Monaco-Ville). Monte-Carlo ist ein Stadtteil innerhalb Monacos rund um das Casino – nicht die Hauptstadt.

Kann man Monaco als Tagesausflug von Nizza ohne Auto machen?

Ja, problemlos. Der Zug von Nice-Ville braucht etwa 20–25 Minuten und setzt Sie unweit des Hafens ab, von wo aus es zu Fuß nach Monaco-Ville hinaufgeht.

Reicht ein Tag für Monaco?

Für die kostenlose Route plus eine bezahlte Attraktion: ja. Monaco ist klein; das meiste, was sich zu Fuß erkunden lässt, passt in einen Tag – besonders, wenn man in Nizza in der Nähe wohnt, statt Monaco als gehetzten Zwischenstopp eines längeren Mehrstädte-Tages zu behandeln.

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